Ambulant vor stationär: Vorsicht beim Codieren!

Gemäss KLV Anhang 1, Kapitel 8 können "Rauschgiftsüchtige" ambulant und stationär zu Lasten der Krankenkassen behandelt werden, wobei bei ambulanten Behandlungen "Leistungskürzungen zulässig bei nach-gewiesenem schweren Selbstverschulden" sind.

Auch wenn die Behandlungen von Abhängigen nicht unter die 6 nur noch ambulant vergüteten Behandlungen gehören, findet sich in den Tabelln II des Anhang 1a zur KLV auch Aussagen zur Behandlung von Abhängigen, was untrer den "besonderen Umständen" zu verstehen ist, bei denen eine stationäre Behandlung vergütet wird:

"9.1

Psychisch 

Suchterkrankung (Alkohol, Arzneimittel, Drogen), mit Komplikationen

- F10*-19*, mit vierter Stelle -0, -3, -4, -5, -6

9.2

Schwere instabile psychische Störungen, die die Therapietreue bei einer ambulanten Nachsorge verunmöglichen

- nicht kodierbar

Weitere Faktoren

90

Notwendigkeit für ständige Beaufsichtigung

- Z74.3"

Das heisst im Prinzip, dass ein "Abhängigkeitssyndrom F10.2-19.2" nur stationär behandelt werden kann, wenn vorgängig eine Kostengutsprache eingeholt oder ein anderen Code diagnostiziert wird. Schöne neue Welt - und alles unter dem Aspekt der Kostenersparnis!